Digitale Bildbearbeitung: Tonica in Dessous

Gleich nach dem Artikel, den ich heute morgen verfasst habe, möchte ich eine Bearbeitung hinterherschicken, die ich gestern Abend vorgenommen habe. Es war eine etwas aufwändigere Bearbeitung als ich sonst normalerweise vornehme (und ja, ich gehe in Richtung Schönheits-OP am Foto! face wink Digitale Bildbearbeitung: Tonica in Dessous ) und hat mich daher mehrere Stunden gekostet. Original und Ergebnis könnt ihr erstmal hier sehen:

Bearbeitung by Jibril85 Digitale Bildbearbeitung: Tonica in DessousAngefangen habe ich in Photoshop mit einer Beauty-Retusche (wenn man von den Farbeinstellungen in Lightroom absieht!)

Dazu habe ich die Hintergrundebene dupliziert und Leberflecke sowie kleinere Hautunreinheiten mit dem Ausbessern-Werkzeug (Shortcut: J) entfernt. Besonderen Wert habe ich dabei auf den Bereich im Dekoltée und das Gesicht gelegt. Danach habe ich eine neue Ebene aus den beiden vorhandenen erstellt (Shortcut: Strg Alt Shift E), die Ebeneneinstellung “Weiches Licht” gewählt, sie invertiert (Shortcut: Strg I) und dann den Hochpassfilter benutzt um die Haut weicher zu machen. Mit einer Maske konnte ich bestimmen, wo das bild weich sein soll und wo nicht. Wichtige Elemente dabei sind für mich sowohl die Ebenendeckkraft als auch die Deckkraft des Pinsels, den ich auf der Maske benutze. Ich versuche hier mit viel Gefühl vorzugehen. Noch wichtiger wird das Gefühl allerdings beim Dodge and Burn.

Vorher jedoch habe ich noch eine Einstellungsebene mit Tonwertkorrektur angelegt weil mich das ausgewaschene Grau etwas genervt hat.

Danach habe ich erstmal verflüssigt. Ich empfinde das immer ein bisschen als Schummeln aber trotzdem macht es auch großen Spaß, diesen Filter anzuwenden (obwohl es ebenso oft Übung und Geduld erfordert!) Ich habe die Hüfte etwas schlanker gemacht, die Falte, die durch den ins Fleisch schneidenden Slip entsteht verschwinden lasen und den Kopf ein ganz klein wenig verkleinert (möglich, dass er auch durch die Verzerrung des Objektivs ein wenig größer wirkte, ich neige dazu, Fotos in zu kleinen mm-Bereichen zu schießen. So kann ich die Defizite, die ich in der Fotografie habe ein klein wenig ausgleichen. face wink Digitale Bildbearbeitung: Tonica in Dessous )… Die Hüften waren übrigens besonders tricky wegen den Händen und armen. Die sollten schließlich nicht verzerrt wirken!

Übrigens bin ich beim verflüssigen zwischen drin öfter mal aus dem Filter raus, habe per Strg Alt Shift E eine neue Ebene angelegt und weitergemacht. Das gibt mehr sicherheit.

Zum Dodge and Burn habe ich mit gedrückter Alt-Taste eine neue Ebene angelegt, sie auf weiches Licht gestellt und zu 50% mit Grau gefüllt. Nun arbeitete ich wie auf einer Maske: schwarzer Pinsel zum Abdunkeln, weißer Pinsel zum aufhellen. Wichtig ist hierbei ein großer weicher Pinsel mit niedriger Deckkraft (ich arbeite bei 5-10% und male dann lieber mehrmals über eine Stelle) und VIEL GEFÜHL. Nicht nur für den Tablet-Stift (oder die Maus) sondern auch für Licht und Schatten. Ich habe die Schatten ein bisschen mehr abgedunkelt, zB auch die wangenknochen betont, indem ich darunter schatten gesetzt habe. Highlights zwischen Augen und Augenbrauen und auf die Brüste gesetzt, den Schatten des Bauches ein wenig unauffälliger gemacht usw. Am verzwicktesten war das Gesicht, ich musste mehrere Anläufe nehmen. Bei meinem ersten Versuch sah Tonica aus, als wäre sie verprügelt worden und das ist natürlich nicht Sinn der Sache. Die augen habe ich übrigens auch etwas aufgehellt, die Wimpern dagegen abgedunkelt. Im Endeffekt setzte ich also da Licht und Schatten, wo ich es beim Fotografieren versäumt habe, darauf zu achten!

Manchmal betone ich noch mit einer extra Ebene (ganz normale leere Ebene!) und einem weißen, kleinen Pinsel bei 100% Deckkraft die Highlights in den Augen. Einfach einen Klick auf die eh schon vorhandenen Highlights. Wem 100% weiß zu doll ist, der kann das durch die Deckkraft der Ebene runterregeln.

Dann kommen bei mir die Einstellungsebenen: Der Kanalmixer mit Orangefilter (je nach dem wie es bei dem jeweiligen Bild am besten aussieht) für das Schwarz-weiß und dann der Fotofilter mit Sepia-Tönung.

An dieser Stelle – ganz zum Schluss – speichere ich ab, reduziere alle Ebenen auf den Hintergrund und speichere dieses PSD mit einer Ebene in einer neuen Datei ab. So bleiben mir die anderen Bearbeitungsschritte erhalten. Jetzt wandele ich in Lab um und mache eine Bildberechnung mit weichem Licht und etwa 20-30% Deckkraft (je nachdem was zum Bild passt, das geht nach Gefühl). Das gibt dem Bild zum Schluss oft den entscheidenden Glanz, ohne Bildberechnung geht bei mir kein Bild online!

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3 Responses to “Digitale Bildbearbeitung: Tonica in Dessous”

  1. Jürgen sagt:

    Ein Tipp in Photoshop: STRG-SHIFT-ALT-E. Macht aus allen sichtbaeren Ebenen eine neue Ebene ohne das du alles reduzieren musst. Somit hast du das visuelle Endergebnis als eigene Ebene und alle Bearbeitungsebenen in einer PSD.

    • jibril85 sagt:

      Ja, dieses Tastenkürzel benutze ich oft in meinem Workflow (ist ja auch mehrmals erwähnt ;) ). Nur ganz zum Schluss reduziere ich alles auf eine Ebene, um in den Lab-Modus wechseln zu können. Oder geht das auch ohne reduzierung auf eine Ebene? Ich bekomme da immer Probleme mit meinen Einstellungsebenen.

  2. [...] eine zweite Bildbearbeitung von mir vorstellen! Sie deckt sich in wesentlichen Punkten mit meiner ersten Bea, die ich hier vorgestellt [...]