Was kann man aus und mit einem Foto machen?

Jemand hat mir diese Frage auf Facebook gestellt. Und ehrlich gesagt, wusste ich erstmal nicht, was ich da überhaupt drauf antworten soll. War die Frage allgemein gemeint oder soll ich mit einem Beispiel antworten? Soll ich erklären, was ich aus diesem oder jenem Foto machen würde oder soll ich erzählen, was mir alles zum Thema einfällt? Und nachdem ich immermehr drüber nachgedacht habe, beschloss ich, daraus einfach einen Blogartikel zu machen. Und euch an meinen Gedanken zu der Frage teilhaben zu lassen.

Folgendes ist klar: es geht darum, dass man schon ein Foto hat und daraus mehr machen will. Ich persönlich bin der Meinung: Mit einer Nachbearbeitung kannst du aus einem schlechten Bild kein gutes Bild machen. Wichtig ist also, dass man auf jeden Fall hochwertiges Ausgangsmaterial hat. Ein Bild, das einem prinzipiell gefällt und aus dem man einfach nur mehr rausholen möchte.

Punkt 1: Der Beschnitt.

Manche Bilder geben wenn sie out-of-the-cam kommen keinen so interessanten Bildausschnitt her. Und ich bin der Meinung, es spricht überhaupt nichts dagegen, Bilder bis zu einem gewissen Grad zu beschneiden. Natürlich auch je nachdem wie hoch die Megapixel-Zahl der Kamera ist kann ich mehr beschneiden ohne einen so großen Verlust zu haben. Und wenn es nur darum geht, Bilder für das Web zu generieren, dann hat man da sowieso relativ viele Freiheiten. Etwas schwieriger wird es bei großformatigen Drucken / Ausbelichtungen.

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An den Rand gestellt

Ich bin übrigens ein Fan von der Drittel-Regel. Nicht dass ich mich strikt daran halte, um Gottes willen. Aber ich probiere im Schnitt viel herum. Meistens beschneide ich meine RAW-Formate in LR bevor ich sie im PS öffne. Dort hat man im Beschneidungstool mehrere Linien-Möglichkeiten, an denen man sein Bild ausrichten kann. Oft sieht es gut aus, wenn das wichtige im Bild nicht direkt in der Mitte ist. Für mein Empfinden. Ich stelle meine Models furchtbar gerne nah an den Rand meiner Bilder. Viele haben auch schon kritisiert, dass das zu nah ist aber ich mag es gern so. Und natürlich: Der Beschnitt und auch sämtliche andere Möglichkeiten, ein Bild zu bearbeiten sind dem Geschmack des Fotografen/Bildbearbeiters/Kunden unterlegen. Es gibt nie eine Möglichkeit, die ALLEN gefällt. Es gibt nur Möglichkeiten, die mehr Leuten zugänglich sind und welchen, die weniger Leute gut finden. Irgendwer wird deine Bilder immer gut finden. Und irgendwer findet sie immer nicht so toll. Davon darf man sich nicht entmutigen lassen.

Fotografiert man Menschen sollte man auch darauf achten, dass man niemals direkt im Bereich eines Gelenks abschneidet. Das sieht meistens doof aus. Also nicht direkt in den Knien sondern kurz darüber oder drunter. Nicht am Ellbogen sondern… usw.

Punkt 2: Die Farben

Ein Bild kommt bei mir niemals direkt Out-of-the-Cam ins Netz. Das begründe ich damit, dass die RAWs aus der Kamera meist relativ grau sind. Und auch ein JPG aus der Kamera ist im übrigens niemals völlig “unbearbeitet”. Die Kamera ändert die Farben gemäß des JPG-Profils. Das nehme ich aber lieber selbst in die Hand als es der Kamera zu überlassen. Meine Minimal-Bearbeitung ist eine Tonwertkorrektur. Ohne das geht kein Bild von mir in die Öffentlichkeit.

Punkt 3: Feinbearbeitung

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Beauty-Retusche

Viele Meiner Bilder bekommen eine nähere Feinbearbeitung. Sowohl bei vielen meiner Modelfotografien als auch bei Produktfotos. Bei letzterem geht es mir darum, das produkt in möglichst gutem licht darzustellen. Da werden fussel und kleinere Fehler weggestempelt, oft freigestellt, Schatten abgeschwächt usw. Bei Models geht es mir darum, Schönheit zu zeigen. Da kommt eine beauty-retusche hinzu, ich hebe einzelheiten hervor, lasse andere Dinge zurücktreten usw. Sehr häufig betone ich auch einzelheiten in der Kleidung meines Models. Das kommt auch häufig gut. In der Street-Fotografie, in der ich gerade meine ersten Schritte mache, kommen solche Bearbeitungsschritte übrigens nie ins Bild. Das heißt natürlich nicht, dass es verboten wäre, ich halte es nur für unnötig. Es gibt sowieso keine Verbote in der Fotografie.

Punkt 4: Schwarz-Weiß oder Farbe?

Haäufig eine schwierige Entscheidung: Zeige ich euch ein Bild in Schwarz-Weiß oder in Farbe? Diese Entscheidung treffe ich mittlerweile in LR. Dort habe ich mehrere Presets gekauft, die Farb- und Schwarz-Weiß-Filme simulieren. Diese geben oft ein sehr viel besseres Bild her als die normalen Schwarz-Weiß-Möglichkeiten, die man in PS so hat. Ich erstelle dann mehrere virtuelle Kopien eines Bildes und lege auf jede ein Preset. Dann lasse ich sie mir alle nebeneinander anzeigen und wähle die Variante aus, die mir am besten Gefällt. Meist per Ausschlussverfahren. Trotzdem bleibt die Frage ob Schwarz-Weiß oder Farbe in den meisten Fällen eine schwierige.

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Komposition

Punkt 5: Komposition

Natürlich kann man aus einem oder mehreren Bildern auch eine Komposition herstellen. Ich persönlich bin meist zu faul dafür. Aber dank Calvin Hollywood weiß ich mittlerweile, wie ich ein Bild fotografieren muss, damit ich ein Model gut freistellen kann. Richtig: Es ist besser schon beim Fotografieren zu überlegen wie es geht, dann ist es in einigen Fällen relativ einfach. Der gute Calvin ist auf diesem Gebiet auf jeden Fall der Guru vom Dienst, ich kann nur raten, mal bei ihm vorbeizuschauen.

Punkt 6: Abzug oder digital?

In jedem Fall – egal ob man analog oder digital fotografiert – hat man die Möglichkeit seine Bilder als Abzug oder auch im digitalen Format zu “speichern”. Ich persönlich habe mehr Erfahrung mit der letzten Variante, Abzüge bestelle ich so gut wie nie. Einmal für ein Portfolio habe ich einige meiner Bilder ausbelichten lassen aber ich muss ehrlich gestehen, mir persönlich bringt das digitale Format mehr. Hier kann ich es einfach mehr leuten zeigen.. face wink Was kann man aus und mit einem Foto machen? Ja, ich bin ein wenig geltungssüchtig.

So. Und im Grunde war das alles, was mir jetzt gerade zu dem Thema einfällt. face wink Was kann man aus und mit einem Foto machen?

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